La Dispute – Wildlife (2011)

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La Dispute – Wildlife
Label: No Sleep Records, 2011
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Text-Booklet
Links: Discogs, Band
Genre: Post-Hardcore

„Said, „There is always a chance to rectify what you’ve taken, make your peace in the world.“
I thought to slip through the door, I could’ve entered the room,
I felt the burden of murder, it shook the earth to the core.
Felt like the world was collapsing. Then we heard him speak,
Can I still get into heaven if I kill myself?
Can I ever be forgiven ‚cause I killed that kid?
It was an accident I swear it wasn’t meant for him!
And if I turn it on me, if I even it out, can I still get in or will they send me to hell?
Can I still get into heaven if I kill myself?“
I left the hotel behind, don’t want to know how it ends.“

„Wildlife“, das zweite Album der Band La Dispute aus Michigan USA, besticht vor allem durch eines: Die unglaublich berührenden, bewegenden und mitreissenden Texte von Sänger Jordan Dreyer. Seine Geschichten aus den hoffnungslosen und düsteren Städchen in den USA bestechen durch ihren Realismus, der grossartigen Beobachtungsgabe und Fülle. Noch nie habe ich zuvor ein Album gehört, in dem die Texte so mächtig und wichtig waren. Die Musik der Band windet sich dabei um die Geschichten und untermalt sie mit grossartigem Post-Hardcore. Die Lieder folgen dabei nicht den gewohnten Strukturen, sondern fügen sich den Zeilenlängen und der Sprachgeschwindigkeit. Emotionen und Lautstärke mischen sich zu einem extremen Ausdruck dem Keiner entkommen kann. Wut, Trauer, Verzweiflung, Resignation, Hoffnung.

Es wäre ungerecht zu sagen, die Band spielt nur die zweite Geige hinter dem Sänger. Aber für mich ist ganz klar Dreyer der Mittelpunkt. Seine sehr spezielle Stimme ragt aus den wilden Klängen heraus und führt die Gruppe zu Höchstleistungen. Dabei steigert sich das Album immer mehr bis zum unausweichlichen Klimax mit dem bestürzenden „King Park“. Danach hat man nicht nur Tränen in den Augen, sondern will die Ungerechtheit auf der Welt verdrängen, sich verkriechen und alleine sein. So stark nimmt „Wildlife“ gefangen.

Mehr kann und will ich zu diesem Meisterwerk der modernen und harten Musik gar nicht mehr schreiben. Ich empfehle allen, die sich mit Hardcore, Post-Hardcore und dergleichen Genres befassen, dieses Album intensiv anzuhören und die Texte mitzulesen. Ein stärker fesselndes Erlebnis gab es in den letzten Jahren nicht.

„I leave the memory up atop the balcony.
I tear this flower from the back of the dress.
It’s best this time, I bet, to just forget and let go.
Paint it the shade of where the lip bleeds and blur it out.
I blur out everything else, just blur out everything else.
And let go, and let go, and let go.“

Anspieltipps:
A Letter, King Park, You And I In Unison

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