Flying Colors – Second Nature (2014)

Flying Colors_Second Nature_MBohli

Flying Colors – Second Nature
Label: Music Theories Recordings, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Download
Links: Discogs, Band
Genre: Melodic Prog, Hard-Rock

Manche Musiker sind einfach rastlos. Kein halbes Jahr vergeht, in dem nicht ein oder gar mehrere Alben mit ihrer Beteiligung erscheinen. Neal Morse und Mike Portnoy zählen im Bereich des farbenfrohen Progrock zu den Königen der Präsenz. Sie traten 2014 nicht nur mit einer Doppelpackung Transatlantic in Erscheinung, sondern veröffentlichten auch die zweite Scheibe der Band Flying Colors. Dass das Album immer in den Pausen zwischen anderen Verpflichtungen aufgenommen wurde, lässt sich nicht nachhören. „Second Nature“ bietet gewohnt gute Kost der Musiker und ist ein nettes Album für Zwischendurch.

Aber seien wir mal ehrlich: Auch „Second Nature“ klingt nicht wirklich viel anders als diverse Alben von Transatlantic, Neal Morse Band oder ähnlichen Projekten. Beim Opener „Open Up Your Eyes“ versucht man sich gleich an einem Longtrack. Dieses Vorhaben gelingt auch, in gewohnter epischer Aufmachung werden die Synthieteppiche ausgelegt, die Gitarren spielen darüber ihre Soli und die Rhythmusabteilung zimmert ein hübsches Gerüst. Gesanglich wird Casey McPherson von Morse und Portnoy unterstützt, wobei immer gleich klar auffällt, welcher Musiker welche Stelle im Lied geschrieben hat. Sinfonische Melodien und überschwängliche Gesten, dazu Taktwechsel und dudelnde Gitarren. Die weiteren Lieder driften in ihrer Ausführung dann vermehrt in den Hard-Rock ab, oder geben sich komplett schnulzig. „The Fury Of My Love“ trieft so richtig mit den Botschaften über Liebe und deren Lebenszusage. Eignet sich gut als Untermalung dieser Möchtegern philosophischen Motivationsbilder, weiss aber erstaunlicherweise auch musikalisch zu gefallen. Glücklicherweise bieten aber die meisten Songs auch frische Einfälle und eine Erweiterung des bekannten Rock-Schemas. Sicherlich ist alles sehr stark im süssen Kitsch verankert, aber die Musiker wissen auch genügend Kanten einzubauen.

Ein Leitsatz, der so für das gesamte Album stehen kann. Denn obwohl „Second Nature“ eigentlich nichts anders macht, als viele weitere Platten aus dem Bereich AOR / Hard-Rock / Prog, weiss es zu gefallen und gerne rockt man mit. Gerade die langen Tracks, das folkige „One Love Forever“ und das spassige „A Place In Your World“ laden zum tanzen ein. Musik die man gerne im Sommer auf einer Wiese hört, ohne sich mühsam konzentrieren zu müssen. Und die mehrstimmigen Gesänge mit Neal Morse packen mich immer wieder.

Anspieltipps:
Open Up Your Eyes, A Place In Your World, One Love Forever

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s