Ceveo – Eunoia (2014)

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Ceveo – Eunoia
Label: Eigenveröffentlichung, 2014
Format: Download
Links: Bandcamp, Band
Genre: Post-Rock, Instrumental

Sind das nicht Tool? Das ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging als ich „Eunoia“ erstmals anhörte. Hart angeschlagener Slapbass, Hall und rhythmische Unterstützung, genau wie bei den Progmetal-Freaks. „Standard & Pure“ bleibt während all seiner Minuten in diesem Umfeld und man könnte schon Angst haben, die Band sei ein frecher Klon der Amerikaner. Aber Ceveo aus Österreich haben mehr Ehrgeiz und ein grösseres Angebot, hier wird Post-Rock mit vielen Aspekten bereichert.

Experimentelle und rein instrumentale Musik bietet sich an, mit Einflüssen und Ideen voll gestopft zu werden. Leider verpassen viele Bands diese Chance und klingen deshalb gerade im Post-Rock sehr monoton. Die vier Typen von Ceveo wollten dies verhindern, und bieten auf ihrem zweiten Album darum vermehrt harte Stellen und grobe Ausbrüche, beim erwähnten Song wird sogar ein wenig Geschrien. Die Gitarren werden oft laut und bauen eine steinharte Wall Of Sound auf. Die spiralförmige Struktur von der Musikrichtung wird gelegentlich beibehalten, aber die Riffs schneiden sich mittendurch. Dazu gesellt sich ein spielfreudiger Bass, der in der Abmischung viel Raum erhält und oft im Vordergrund steht. Eine erfreuliche Angelegenheit, da die Läufe die auf dem Instrument gespielt werden, sehr aufregend sind. Interessanterweise hat die Band bewusst auf Synthies verzichtet, um ihrem Sound treu zu bleiben. Aber diese elektronischen Spielereien haben sie auch gar nicht nötig. Ihre mehrspurigen Gitarren bauen Szenenbilder auf und wandeln die Musik in Bilder um. Am Ende gelingt ihnen mit „A Long Walk Home“ sogar eine Reise mit Ambientanleihen. Das Lied eignet sich wahrlich perfekt für einen längeren Fussmarsch nach Hause. Bestenfalls neben verschneiten Feldern und inmitten von Nebelschwaden.

Alles in allem ist Ceveo mit „Eunoia“ ein spannendes Werk gelungen, dem man die Eigenproduktion teilweise etwas anhört. Obwohl, eine Dreckschicht passt eindeutig besser zu ihrer Musik, als eine, auf Hochglanz polierte Oberfläche. Humor bietet die Gruppe nicht nur genretypisch mit den Songtiteln, sondern auch der Veröffentlichungsweise. Erschien das Album Ende 2014 zuerst als Download, ist es nun als CD und bald auch als Vinyl und – jawohl – Kassette erhältlich. Also bloss beim Headbangen den Bleistift nicht verbrechen.

Anspieltipps:
Standard & Pure, Hangover From Suicidal Use Of Blue Light, A Long Walk Home

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