Blackfield – Blackfield (2004)

“Musik für die Ewigkeit”; unter diesem Label veröffentliche ich Reviews zu Platten und Alben, die mein Leben am stärksten beeinflusst haben, und mir für immer ans Herz gewachsen sind. Meine persönlichen Platten für die einsame Insel.

Blackfield_Vinyl_MBohli

Blackfield – Blackfield
Label: KScope, 2004 / Repress 2011
Format: Vinyl im Gatefold, mit Bonus 12inch
Links: Discogs, Band
Gerne: Pop, Art-Rock, Emo

„Here’s A Song From An Open Mind / I Give It To You Because I Can“. Freundlich eröffnet das erste Blackfield Album und öffnet den Raum für die grossartige Kollaboration von Aviv Gefen und Steven Wilson. Die beiden kennen sich seit längerem als musikalische Kollegen und Freunde, Treffen in Tel Aviv sind keine Seltenheit. Da Aviv Gefen in Israel seit Jahren ein Megastar ist, in Europa aber praktisch unbekannt, wollte Wilson ihm zu einer grösseren Fangemeinschaft verhelfen. Das Projekt Blackfield war geboren.

Grundlage boten die Lieder von Gefen, bereits in Hebräisch eingesungen und auf diversen Alben veröffentlicht. Steven Wilson half nun die besten heraus zu picken, neu einzuspielen und etwas zu modernisieren. Beachtet werden muss dabei aber, dass das Proggenie sich nie als Bandmitglied von Blackfield, sondern Strippenzieher im Hintergrund sah. Besonders auf den weiteren Alben wird dies offensichtlich, hier bei „Blackfield“ (oder „1“) ist seine Stimme und Mitwirkung aber meist sehr präsent und oft nicht einmal von Avivs zu unterscheiden. Beide singen voller Inbrunst und mit einer trauernden Neigung. Dies passt vorzüglich zu den oft düsteren Texten, die oft Verzweiflung und Enttäuschung in das Zentrum stellen. „Glow“, „Scars“ oder „Pain“ nehmen den Hörer so richtig mit und lassen die Augen wässerig werden. Dazu spielen die Gitarren hoffnungslose Akkorde und man will sich vor der ganzen Welt verstecken. Aber wie so oft, liegt genau in dieser Melancholie die extreme Schönheit. Konstant weiss man nicht, ob man vor Glück jubeln oder weinen soll. Die Harmonien und Melodien der Songs sind grossartig komponiert und werden mit zweistimmigem Gesang, viel Keyboard und tollen Gitarrensoli veredelt.

Die Songtitel sind dabei meist ein Indiz für den Inhalt. „Lullaby“ klingt wirklich wie ein modernes Schlaflied, wenn auch eher für verletzte Kinder, „Cloudy Now“ beschreibt den vernebelten und hoffnungslosen Zustand der jungen Gesellschaft. Gerade dieses Lied nimmt mich mit dem unerwarteten und extremen Ausbruch immer wieder gefangen. Wobei jedes der zehn Lieder genau weiss, wie man fortgeschrittene Konsumenten der Popmusik begeistern kann. „Blackfield“ ist ein unglaublich mitreissendes und faszinierendes Album, ohne auch nur einmal ins Mittelmass abzudriften. Ein formvollendetes Produkt, eine Sammlung von kleinen und schwarz angestrichenen Juwelen, ein Meisterwerk des Emo-Pop.

Anspieltipps:
Open Mind, Scars, Hello

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