Panda Bear – Panda Bear Meets The Grim Reaper (2015)

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Panda Bear – Panda Bear Meets The Grim Reaper
Label: Domino Records, 2015
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Download
Links: Discogs, Musiker
Genre: Electronica, Techno, Experimental

Schwierig hört es sich zuerst an, ich wusste gar nicht wie ich all diese elektronischen Spielereien und frontale Gesänge einordnen soll. Aber Wahnsinn ist wohl ein kompetenter Begleiter, besonders wenn die Künstler Panda Bear nennt und von Animal Collective abstammt. Und dann trifft er auf seinem neusten Soloalbum auch noch auf Gevatter Tod, besinnt dabei sein Leben und spielt um seine Seele. Ein wahrer Gemischtwarenladen, voller Zaubertricke und Glühwürmchen.

Sobald man durch den Zylinder zwischen die doppelten Böden schreitet, darf man Noah Benjamin Lennox dabei bestaunen, wie er seinen scheinbar unaufhaltbaren Kreativfluss über die Hörer ergiesst. Mit „Panda Bear Meets The Grim Reaper“ hat er nicht nur 13 Lieder über seine eigene Veränderung und das Heranwachsen geschrieben, sondern diese Selbstbetrachtung völlig unnarzistisch und verspielt angepackt. Versteht mich nicht falsch, das neue Werk ist keine Komödie oder eine Zusammenstellung von witzigen Liedchen. Nein, hier muss man sich schon reinknien und die Synapsen entwirren. Synthies und Keyboards liegen verworren auf einem Haufen, die Beats sind krumm und versuchen zwischen all den Soundeffekten und verzerrten Stimmen (sind das Hunde?) ihren Takt zu halten. Über all dieser Verwirrung trohnt die Stimme von Panda Bear, mit unverkennbarer Höhe und Tonlage. Seine Melodieführungen erinnern dabei gerne an grosse Meister wie Brian Wilson und die Worte springen wie Pingpong Bälle von links nach rechts. Bereits „Mr Noah“ lässt den Kopf wackeln und mitsummen. Mit fortschreitender Lauflänge wird dies nur noch extremer, bleibt aber immer im Bereich der sehr hohen Qualität. „Butcher Baker Candlestick Maker“ ist dann der erste Moment, in dem sich alles zu einem farbenprächtigen Bild zusammenfügt und das Album strahlen lässt. Der rollende und hallende Beat mit seinem tropischen Flair, der verwunschene Gesang, die zwitschernden Melodien, grossartig. Wobei auch das folgende „Boys Latin“ mit seinem „Tron“-artigen Rhythmus diese Güte fortsetzt.

„…Meets The Grim Reaper“ ist ein Album das auf den Hörer wartet, wenn auch ungeduldig. Es bereitet alle Zutaten und Lieder vor dir aus und setzt sich dann daneben. Du hörst dich durch, versuchst den roten Faden zu finden und dann plötzlich der „Aha!“ Moment. Alle Teile fügen sich nun zusammen und eröffnen ein dichtes Electronica-Spektakel voller Klang und Musik. Panda Bear hat mit seiner fünften Platte alles richtig gemacht. Und auch wenn die Texte und das Grundgefühl eher pessimistisch daher kommen, man ist doch froh am Leben zu sein.

Anspieltipps:
Mr. Noah, Butcher Baker Candlestick Maker, Boys Latin

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