Trent Reznor & Atticus Ross – Gone Girl OST (2015)

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Trent Reznor & Atticus Ross – Gone Girl
Label: Columbia, 2015
Format: Doppel-CD im Digipak
Links: Discogs, Trent Reznor, Atticus Ross
Genre: Soundtrack, Ambient, Electronica

Bereits zum dritten Mal in Folge durften Trent Reznor und Atticus Ross die musikalische Begleitung zu einem David Fincher Film gestalten. Nach dem Oscar-prämierten Soundtrack zu „The Social Network“ und dem monumentalen Score für „The Girl With The Dragon Tattoo“ stand 2014 der verstörende Thriller und Mindfuck-Movie „Gone Girl“ Vorlage für die Klangwelten. Regisseur Fincher lieferte mit dem Film nicht nur einen der besten des letzten Jahres ab, sondern brachte die Zuschauer an den Rand der Belastbarkeit. Die Geschichte um die vermisste Amy und ihren scheinbar schuldigen Mann war intensiv, erschreckend und grausam. Die Musik lässt sich losgelöst vom Film auch ohne psychologische Behandlung geniessen.

Mit NIN erforschte Trent Reznor immer gerne das Feld der unhörbaren Musik. Rückkopplungen, Noise und Verzerrung, diese Einflüsse sind auch vorherrschend bei seinen Auftragsarbeiten. Pendeln seine Soundtracks meist zwischen kaltem Ambient und kratzendem White Noise, unterstützen die Lieder gut die eher erdrückenden und beängstigenden Filme. Für „Gone Girl“ war es besonders essentiell, die Extreme darzustellen. Auf der einen Seite gibt es sanfte Wiegenlieder, welche die heiteren Momente der Ehe darstellen, auf der anderen die brutalen Ausbrüche der Gewalt und des psychischen Terrors. Unter all diesen Teilstücken lauert konstant die Bedrohung, dargestellt in Synthieflächen und unheimlichen Tonfolgen. Oft schreit eine Gitarre ihre herzkalten Klänge zwischen die ruhenden Pole und reisst den Hörer aus seiner Komfortzone. Während der fast 90 Minuten Musik fühlt man sich als Zuhörer nie aufgehoben oder behaglich. Die Welt scheint kühl und feindlich geworden zu sein, die Farbe verschwindet aus dem Umfeld und ein Eiswind zieht durch die Zimmer. Was am Anfang noch leise schlummert, wächst mit der Zeit zu einem tobenden Monster an.

Atticus Ross (bekannt als Komponist und Produzent) unterstützt Trent Reznor dabei mit der grossartigen Produktion und dem Programmieren von Sequenzen und klaustrophobischen Melodien. Die beiden haben zum dritten Mal in folge ein unbehagliches, aber grandioses Stück Filmmusik geschrieben. „Gone Girl“ nimmt alle Aspekte des Films auf, unterstreicht diese und funktioniert auch ohne die Szenen als düsteres und modernes Ambient Werk. Die Mischung aus sanftem Piano, lauten Keyboards und wilden Gitarren / Beat Sequenzen formen ein schaurig schönes Ganzes, das in seiner Geschlossenheit besser funktioniert als „The Girl With The Dragon Tattoo“.

Anspieltipps:
Sugar Storm, Procedural, Consummation

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6 Kommentare

      1. Ja, im Moment lasse ich stark nach. Und brauche länger beim lesen der abonnierten Blogs. Hast du mal die Doku der Self Destruction Tour gesehen? Habe die letztens jemanden gezeigt und mich gefreut.

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