Crippled Black Phoenix – White Light Generator (2014)

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Crippled Black Phoenix – White Light Generator
Label: Cool Green Recordings, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, Bonus 7inch
Links: Discogs, Band
Genre: Prog, Post-Rock, Art-Rock

Der Phoenix steigt als neu geborener Vogel aus der Asche und erhebt sich leuchtend in die Höhe. Oder auch nicht, denn hier ist er ein verkrüppeltes und schwarzes Opfer – doch der Bandname gilt nicht für das gesamte Album. Wieder einmal hat sich die Truppe aus England neu orientiert und präsentiert mit „White Light Generator“ ein leichteres Album mit viel Rock, Folk und ruhigen Songs. Die Musik der Vorgänger mit ihrem Krawall und Doomeinfluss ist beiseite geschoben, das Licht regiert.

Wobei der Einstieg mit „Sweeter Than You“ misslingt. Das süssliche Schunkellied ist ein Cover von Ricky Nelson und klingt eher wie der versöhnliche Abschluss, als der geeignete Opener. Mit dem nachfolgenden „No!“ – welches in zwei Teile zerschnitten wurde – zeigt die Band besser, was sie alles zu bieten hat. Gitarrenwände, Pianoklänge, akzentuierter Gesang und nette Solis. Alles wird begleitet von einer starken und wandelbaren Rhythmusgruppe: Hier greifen Rock, Prog und Post ineinander und nehmen sich in den Arm. Fortwährend im doch ziemlich lange andauernden Album nimmt mal die eine, mal die andere Richtung überhand. Ergänzt mit elektronischen Spielereien, Einspielungen und einem Variantenreichtum an Instrumenten bleiben die Lieder spannend. Erinnerungen an Bands wie RPWL oder Get Well Soon kamen mir bei den folkigen und spacigen Stücken auf, die Stimme von Daniel Änghede erinnert ebenfalls an Konstantin Gropper. Ansonsten wandelt das Album meist auf düsteren Pfaden und erscheint sogar verzweifelt, Anleihen bei diversen Bands nimmt man wahr. Trotz allem bleibt die eigene Identität immer erhalten und Crippled Black Phoenix wissen wie wenige andere Truppen, spannende Musik im Bereich des Post-Art-Prog (bitte um eigene Adjektive ergänzen) zu schreiben und spielen.

Wieso in Gottes Namen aber dieser ver*****te Kleber auf dem Cover angebracht wurde und sich fast nicht entfernen lässt, das wissen wohl nur die findigsten Marketing-Experten. Klar, Bandname und Albumtitel sind nicht im Artwork zu finden, aber dann belässt man dies auch so! Ansonsten überzeugt die Vinyl-Ausgabe durch tolle Verarbeitung und schöne Gestaltung, passend zu einem überzeugenden Album.

Anspieltipps:
No! Part 1+2, Parasites, Nothern Comfort

Das dazu passende Getränk:
Ein dunkles Bier und ein Schluck Etikettenlöser.

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