Nihiling – Nihiling (2014)

Nihiling_Nihiling_Vinyl_MBohli

Nihiling – Nihiling
Label: Kapitän Platte, 2014
Format: Vinyl mit Inlay, Postkarte und Downloadcode
Links: Discogs, Band
Genre: Post-Rock, Kraut, Art-Rock

Die Hamburger Band Nihiling veröffentlichte Ende letzten Jahres auf Kapitän Platte ihr drittes Album, ein Werk, das mit Crowdfunding vorfinanziert wurde und wieder unter dem Banner Post-Rock segelt – wobei dieser Begriff dehnbar ist, wie jede andere Spielrichtung in der Musik auch. Die jungen Leute mischen somit auf dem neuen und nach der Band benannten Album Krautiges und Alternatives in den Sound; ein Album entsteht, das sowohl fasziniert, aber auch die Stirn runzeln lässt.

„verylargetelescope“ beginnt mit Piano und sanfter Gitarre, das Schlagzeug gesellt sich dazu und das Stück erhält einen langsamen und stetigen Aufbau. So weit so Post, aber das Lied schafft es leider nicht, in die Gänge zu kommen und dient dem Album eher als Intro. „Plot“ bietet dann wesentlich mehr. Melodien und gespielte Töne werden mit vielen Effekten verzerrt, geändert und bearbeitet. Der Wechselgesang von weiblicher zu männlicher Stimme erhöht die Spannung, welche sich gegen Ende des Songs wuchtig und mit harten Riffs entlädt. Nihiling zeigen ab hier ihr Können, viele Schichten und Spuren aufeinander zu stapeln und den Songs eine enorme Tiefe zu verleihen. Dass dies leider nicht immer so gut gelingt ist schade, manchmal verzettelt sich die Gruppe etwas in den Möglichkeiten. In anderen Momenten gelingt aber die Kombination aus härterem Rock mit verträumt dahintänzelnden Melodien und verwunschenem Gesang wunderbar. Das Album bleibt unvorhersehbar, pflückt sich aus Rock, Pop und Prog Stilmittel heraus und ergänzt diese mit den Talenten von Nihiling (gutes Beispiel „Hips“).

Mit dem selbstbenannten Werk versucht die Band ihren Klangkosmos zu erweitern und die Konventionen zu zerschlagen. In den Passagen, in denen es gelingt, musizieren sie auf höchstem Niveau. Doch leider bleiben sie manchmal hinter den Möglichkeiten zurück und landen wieder im „normalen“ Post-Rock des Repetitiven. „Nihiling“ ist ein Album das mir gefällt, aber teilweise auch etwas ratlos da stehen lässt. Wenn die Gruppe – welche ich sehr mag – beim Nachfolger ihre Ideen noch besser bündeln und ausformulieren kann, wird es ein Meisterwerk.

Anspieltipps:
Plot, Hips, Tragic

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