Pallas – wearewhoweare (2014)

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Pallas – wearewhoweare
Label: Eigenveröffentlichung, 2014
Format: CD im Digibook
Links: Discogs, Band
Genre: Neoprog, Alternative

Pallas mischen seit den 80ern im Feld der progressiven Musik mit. Und wer das Genre kennt weiss genau, dass die Bezeichnung oft irreführend ist. Prog Rock ist bei vielen Bands das Gegenteil von fortschrittlich und wagemutig. Alte Schemen und Muster werden konstant wiederholt, erfolgsbringende Ideen auf tausend Arten rezykliert. Auch die Engländer waren vor diesen Gefahren nicht geschützt und tappten oft in die Falle, ihre Erfolge repetieren zu wollen. Nach Grosswerken wie „The Dreams Of Man“ wurde es eher still um die Truppe, 2011 erfolgte mit „XXV“ dann der Richtungswechsel. Die Trennung von Sänger Alan Reed brachte mehr Härte in den Sound und neue Klangvariationen. „wearewhoweare“ folgt nun diesem Trend.

Der Albumtitel spielt dabei gelungen auf die aktuelle Position der Band an. Sicherlich, ihre Musik hat sich ein wenig gewandelt, doch Pallas bleiben auch auf der neusten Platte wer sie sind. Neoprog mit sinfonischen Momenten und viel Rock, es darf grooven und auch verkopft sein. Schön, dass auf der neusten Scheibe nie die Ideen ausgehen. Jedes Lied besteht aus genügend Einfällen und Abwechslung, um auch als ganzes Album spannend zu bleiben. „Shadow Of The Sun“ bietet den härteren Einstieg mit viel Gitarre, „New Life“ gleich im Anschluss den ersten ruhigen Moment. Balladenmässig meistern Pallas diese Momente, ohne zu viel Kitsch in den Neoprog zu werfen. Allgemein mischen sie in die Grundformel viele Einflüsse, so driften die Songs mal eher Richtung orchestralem Pomp, sakraler Stimmung (welche die Band auch früher gerne einsetzte) oder dröhnendem Hardrock. Jedes Instrument wird vielseitig eingesetzt und auch der Gesang variiert, oft sogar im einzelnen Stück selber. Was mir aber dabei manchmal etwas missfällt, ist die eher flache Stimme von Paul Mackie. Er weiss zwar sein Organ gut einzusetzen, doch das Volumen bleibt etwas auf der Strecke.

„wearewhoweare“ ist trotz kleiner Mängel ein sehr abwechslungsreich und farbenfroh blühendes Werk. Die Band fixiert sich nicht mehr stur auf alte Mechanismen und tauscht den Neoprog gerne für Alternative Rock oder andere Prog-Unterarten aus, ohne sich selber zu verleugnen. Schön, dass die Platte dank Crowdfunding möglich gemacht wurde, denn die Gruppe wagt so einen weiteren Schritt in die Zukunft. Beim nächsten Album wirds dann perfekt.

Anspieltipps:
Shadow Of The Sun, And I Wonder Why, Wake Up Call

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