Knight Area – Hyperdrive (2014)

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Knight Area – Hyperdrive
Label: The Laser’s Edge, 2014
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Neoprog, Hardrock

Von aussen betrachtet mutet das neuste Album der niederländischen Band „Knight Area“ sehr klischeehaft an. Der Bandname, der Albumtitel und das möchtegern-künstlerisch gestaltete Cover im Biomechanik-Stil: alles deutet auf ein typisches Album des Neoprog-Genres hin. Und ehrlich gesagt: Die Musik bietet auch keine grossen Innovationen, denn die fünfte Scheibe des Quintetts bleibt sich dem Stil und den Einflüssen treu. Auf Hyperdrive schaltet bei der Ideenfindung niemand, erwartet hat dies aber wohl auch keiner.

Gleich das Eröffnungsstück „Afraid Of The Dark“ legt in gutem Tempo los und bietet breitbeinig gespielte Gitarrenriffs, melodiösen Gesang und einige nette Taktwechsel. Gleich wird auch klar gemacht, dass der Hörer hier mit einer grossen Portion Hardrock und AOR gefüttert wird. Viele Lieder folgen eher den simplen Schemen der melodischen Gitarrenmusik und verlieren ihre Orientierung nicht im Irrgarten der Rhythmen oder Breaks. Dass dabei auch Balladen gespielt werden, ist klar. „The Lost World“ oder „This Day“ lassen schunkeln und ins Taschentuch schniefen. Da ich im Allgemeinen nicht gerne solche Schnulzen höre, sind für mich diese Momente auf dem Album auch eher die Kehrseite der Medaille. Glücklicherweise hat es die Band aber geschafft, die Lieder in eine gesunde Reihenfolge zu bringen. So darf man nach jeder ruhigen Nummer auch gleich wieder Headbangen und Luftgitarre spielen. Gerade Lieder wie „Bubble“ oder „Crimson Skies“ machen dabei viel Spass und weisen alle Merkmale des Genres auf: Viel Keyboard, markante Gitarrenlicks, heroischer Gesang und sanfte Wechsel der Geschwindigkeit. Obwohl dabei der Drachen oft in der nächsten Kammer lauert, machen die Holländer nie den Fehler, tiefer in diese Gefilde einzutreten.

„Hyperdrive“ ist somit eher Leuten zu empfehlen, die gerne handgemachte und hochmelodische Musik im härteren Bereich des Rock hören. Echten Progheads wird die neuste Platte von Knight Area wohl zu simpel sein, gerade weil sich hier auch nicht viele neue Ideen finden. Die Band kombiniert meist Bekanntes und gern Gehörtes aus den oben erwähnten Genres, weiss dabei die Songs spannend zu gestalten. Wirklich grossartige Momente wie der versetzte Gesang im Refrain von „Bubble“ finden sich aber zu selten. Ein Album, das Spass macht und unterhält, aber so richtig satt wird man nicht. Wie ein Actionfilm mit Herz oder ein Buch von Dan Brown. Obwohl nein, das wäre wieder unfair für die Band.

Anspieltipps:
Bubble, Crimson Skies, Stepping Out

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