The Pineapple Thief – All The Wars (2012)

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The Pineapple Thief – All The Wars
Label: KScope, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Downloadcode
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock, Art-Rock

Am Schluss steht das Epos. „Reaching Out“ fügt endlich alle alten Teile und neuen Elemente von The Pineapple Thief zu einem fast zehn Minuten dauernden Ritt durch den New-Prog. „I Adore You“, sanft aber bedrohlich startet das Lied. Unter der Oberfläche brodelt es und nach knappen vier Minuten wird aus dem Popsong plötzlich eine stille Suite, die genüsslich den Hörer auf die Folter spannt, den Refrain mit Geigen und viel Emotion wiederholt, das Orchester immer mehr einbindet und dich plötzlich anspringt und mit einem harten Takt und Chorgesang zum Höhepunkt steuert. Einen solch guten Aufbau fand man bis zu dieser Stelle an keinem Punkt des Albums, und der Schlusspunkt ist grandios gesetzt. The Pineapple Thief erreichen einen neuen Level.

Obwohl – das Spiel mit den Harmonien, die Wechselwirkung von leisen Stellen mit Keyboard und Geige gegen die Ausbrüche mit voller Band im Bereich des Art-Rock und Prog, das beherrscht die Band wahrlich grossartig. Bruce Soord steht als Bandleader nicht nur am Mikrofon, sondern schreibt auch alle Songs der Ananasdiebe. Mit „All The Wars“ führt er dabei die harte und Stakkatogitarre ein, die Riffs kräftig anspielt, aber sogleich auch wieder verstummen lässt. Dieses Element zieht sich durch fast alle Songs, weiss aber genügend variiert zu werden, um nicht zu langweilen. „Burning Pieces“ steht damit am Anfang auch gleich als erstes Highlight. Unglaublich gross wird es meiner Meinung nach dann mit „Last Man Standing“. Eine wabernde Gitarre und der tolle Gesang von Soord leiten das Thema ein, der Refrain wird sanft dargeboten und mit Keyboards untermalt – „Why Did You Leave Me Standing?“ Doch die Verwunderung wird Wut, die Gitarre drücken hart an die Magenwand und wollen Antworten. Der freche Umgang mit Pausen und der Stille verleit dem Song eine unglaubliche Dynamik, so dass der eigentliche Ausbruch brutaler klingt als er eigentlich ist. Dass danach mit dem Titellied bedächtige 3 Minuten folgen, ist komplett richtig und gibt der Dramaturgie des Albums noch mehr Kraft.

„All The Wars“ wird wohl nicht jedem Begünstiger der Band gefallen, weiss aber Einflüsse wie Porcupine Tree oder Muse gut in den Stil der Band einfliessen zu lassen. Das Album ist mit seinen eher an Rocksongs orientierten Stücken knackig und wuchtig. Obwohl es seine Zeit braucht und sich erst nach und nach erschliesst, gefällt mir das Album nun unglaublich gut. Es macht Spass die Songs zu hören, man kriegt Lust Luftgitarre zu spielen und geniesst den New-Prog der zeigt, dass es nicht immer unzählige Tempiwechsel braucht, um spannend zu bleiben. The Pineapple Thief befinden sich auf dem richtigen Weg.

Anspieltipps:
Last Man Standing, All The Wars, Reaching Out

Das dazu passende Getränk:
Ananassaft, gestohlen, nicht gekauft.

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