Sunn 0))) & Ulver – Terrestrials (2014)

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Sunn 0))) & Ulver – Terrestrials
Label: Southern Lord, 2014
Format: Vinyl
Links: Discogs, Ulver, Sunn 0)))
Genre: Drone, Ambient, Experimental

Erde, Himmel und Unterwelt vereinen sich unter der roten Sonne. Der Wind dröhnt in den Ohren und Staub zerkratzt deine Augäpfel. Du kämpfst dich weiter durch die Einöde voller Dreck, Schrott und Schutt. Das Rauschen in der Luft und die Tänze der Partikel bilden eine hypnotische Wirkung, die dich magisch weitertreibt. Ist das wirklich eine Melodie? Spielt da jemand Musik? Oder bist du nun endgültig verrückt geworden?

Wenn Sunn 0))) – die sich nach dem gleichnamigen Verstärkerhersteller benannt haben – erscheinen, ist das nie weniger als eine Urgewalt. Ihr ohrenbetäubender Saft aus Drone, Doom und Ambient stösst sich mich brachialer Wucht in die Gehörgange und weiss besonders Live den Körper genau so zu schänden wie den Geist. Ulver (unter der Leitung von Kristoffer Rygg) können mit solchen Ereignissen umgehen und wissen ihre Musik auch immer wieder ins Extrem abdriften zu lassen, sei es leise oder laut. Gemeinsam entstand nun eine Platte mit drei improvisierten Klangepen, die in ihrer abgrundtief düsteren Schönheit so manch anderes Album in diesem Jahr überstrahlten. Wie ein Monolith steht „Terrestrials“ am Horizont und kann weder umgangen noch aus den Augen verloren werden.

Alle Musiker haben es auf diesem Album geschafft, ihre eigenen Stärken so zu mischen, dass ein neues und in sich geschlossenes Erlebnis entsteht. Der Drone von Sunn 0))), mit seiner schwarzen Seele und alles vernichtenden Wall Of Sound, trifft auf das ulversche Talent der Dynamik und dramaturgischen Inszenierung. Dabei ist die Platte nicht nur die Summe ihrer Teile, sondern mehr; mehr Dramatik, mehr Sinn, mehr Klang. Rauschen und laute Verzerrung mischen sich mit fern erklingenden Bläsern oder Streichern, Gesang fügt sich wie ein Instrument zwischen die lauten Tonspuren. Dabei ist die Musik mehr Klangästhetik als Lied, mehr organische Struktur als Album. Egal ob ein Stück 9 oder 14 Minuten dauert, Zeit und Raum verlieren ihre Bedeutung. Da mit „Terrestrials“ die Extremen des Metals eher ausgelassen werden, bietet sich das Album auch für Hörer von Ambient und experimentellen Klangspielen an. Mächtig.

Anspieltipps:
Let There Be Light, Eternal Return

Das dazu passende Getränk:
Ein Glas Staub aus der Wüste.

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