Marillion ‎– A Collection Of Recycled Gifts (2014)

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Marillion ‎– A Collection Of Recycled Gifts
Label: Racket Records, 2014
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Cover, Weihnachten, Pop

Weihnachtslieder und ich, nicht gerade eine Liebesbeziehung. Allgemein kann ich mit der Zeit der Besinnlichkeit und grossen Geschenke nicht viel anfangen, darum fand man in meinem Regal bisher nur eine Weihnachtsliedersammlung: Die erste EP-Box von Sufjan Stevens mit all seinen witzigen, verrückten und nerdigen Folksongs. Der Kaufgrund war hier aber nicht das Thema, sondern das musikalische Talent von Stevens – denn er schafft es, aus nervigen Tannenbaumliedern entrückte Kleinode zu zimmern. Marillion fanden aus ähnlichen Gründen mit „A Collection Of Recycled Gifts“ ihren Weg in meine Sammlung. Hier war vor allem der Sammlerdrang das ausschlaggebende Argument.

Die von mir immer begeistert angehörten Art-Rocker haben eine langjährige Tradition, in der sie für ihren Fanclub jedes Jahr im Dezember eine Weihnachtssingle aufnehmen. Dahinter steckt weniger eine bitterernste Angelegenheit, sondern mehr der Spassgedanke und die Freude, altbekannte Songs einzuverleiben. All diese Lieder gibt es nun als Kompilation in ihrem Shop zu kaufen. Grundsätzlich ist es immer interessant, bekannte Lieder im eigenen Stil einer Lieblingsband zu hören. Doch leider verändern Marillion die Festtagsklassiker hier zu wenig, um daraus neue Welten zu erschaffen. „Happy XMas (War Is Over)“ bleibt beispielsweise so nahe am Original, dass nur die Stimme von h ein Hinweis auf die Band gibt. Schade, denn gerade bei solchen zu Tode gespielten Stücken wäre es interessant gewesen, alles komplett auseinander zu reissen und mit neuen Melodien, Instrumenten und Stimmungen zusammen zu kleben.

Erst ab der Hälfte dieser Sammlung wagt sich die Band, ihre Klangmerkmale wie das sphärische Gitarrenspiel von Rothery oder die wuchtigen Keyboardflächen von Kelly einzubauen und aus Liedern wie „The Carol Of The Bells“ eine echte Marillion Geschichte zu gestalten. Für mich bleibt unter dem Strich aber zu wenig übrig, um diese CD regelmässig (wenn auch nur in der Weihnachtszeit) aus der Marillion Sammlung zu holen. Weihnachtssongs lösen bei mir weiterhin eher den Drang aus, die Stereoanlage aus dem Fenster zu werfen, als mit Elfenmütze durch das Wohnzimmer zu tanzen. Daran können auch Marillion mit ihrer eigenen Art von Humor nichts ändern. Immerhin fliesst pro verkauftes Album ein Pfund in den „Teenage Cancer Trust„. Freunde von Weihnachtsalben werden damit eine doppelte Freude beim Anhören verspüren.

Anspieltipps:
The Christmas Song, The Erin Marbles, The Carol Of The Bells

Das dazu passende Getränk:
Glühwein, was sonst.

Ein Kommentar

  1. Ja, da bin ich etwas zwiegespalten, das angeführte Beispiel erinnert auch an wenig an Queen, auf allen Kanälen.
    Wenn ich aber an dieser Stelle ein ultimatives Weihnachtsalbum empfehlen kann, dann nur eines: „A Christmas Album“ von den Bright Eyes, Anspieltipp: „Little Drummer Boy“
    😉

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