Caribou – Our Love (2014)

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Caribou – Our Love
Label: City Slang, 2014
Format: Vinyl mit Downloadcode
Links: Discogs, Künstler
Genre: Techno, Pop, House

Was für eine Überraschung und Wohltat war doch der Vorgänger „Swim“ aus dem Jahre 2010. Eine sommerlich, fröhliche Platte voller Hits im Mittelfeld von Techno und Pop. Von überall her schallten Hits wie „Sun“ oder „Odessa“ aus den Boxen und dazu wurde Vodka Mate getrunken. Jetzt, vier Sommer später, sind wir einen Schritt weiter und beten nicht nur die Sonne an, sondern bekennen uns zu unserer Liebe. Dan Snaith hat weitere zehn Lieder in einem hübschen Gewand aus guter Laune und psychedelischen Farben in ein Kistchen gelegt und sanft in Stoff eingewickelt.

„Can’t Do Without You“ dient dabei wie ein überlanges Intro mit tollen Synthies, die ihre Klänge weit in die Strasse hinaus reissen, verhallten Stimmen und einem schwachen Beat. Doch schon mit den folgenden Songs werden die Klanggerippe dichter, Beats schneiden sich gegenseitig schräg den Weg ab, Claps untermalen meist in hohen Lagen angesiedelte Gesangsmelodien und Keyboards brummen ihre blumigen Melodien. Auch wenn die Musik auf dem Vorgänger fröhlicher erschien, „Our Love“ ist bei weitem kein düsteres Machwerk für das Berghain. Der Musik tun die Wolken und Schatten mehr als gut, das Album gibt sich zwar sperriger, weiss aber auf der Tanzfläche auch mehr zu gefallen. Der Pfad führt weiterhin weg vom Pop und näher an den Tech-House, eine Eigenschaft die den Tracks zugute kommt. Denn so verleiden die einzelnen Teile nicht schnell, sondern müssen lieben gelernt werden.

Der Titelsong „Our Love“ gibt sich so beispielsweise bis zu Hälfte als zahmes Kätzchen, das um die Beine der Tänzer streicht, nur um sich dann aufzubauen, die Krallen etwas auszufahren und wild mit den hübschen Girls im Club zu kreisen. Dass die Haut dabei nicht immer heil bleibt ist klar, aber auch zu verschmerzen. „Second Chance“ spielt mit Klangelementen von „Swim“ und klarem Frauengesang, wirbelt sich selber betrunken und setzt sich dann behutsam auf eine Bank. So weiss Caribou bei jedem Lied zu überraschen, wirft neue Ideen in die Songs rein und schaut zu wie sie sich entwickeln. Dass dabei teilweise sogar Erinnerungen an Kraftwerk wach werden, ist mehr als ein Kompliment. „Our Love“ ist ein tolles Album für die Nacht, für den Club, oder einen Abend mit Freunden zu Hause. Und gefällt mir um Längen besser als der Vorgänger.

Anspieltipps:
Silver, Our Love, Julia Brightly

Das dazu passende Getränk:
Wie schon erwähnt, ein Vodka Mate.

Ein Kommentar

  1. In D-Land ist das so eine Sache mit den Youtubes, da sitzt diese Gebührenzentrale dahinter, z.B. ist dieses Video hier auch nicht zu sehen „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar. Das tut uns leid“, aber dafür dies: https://www.youtube.com/watch?v=z3Zks4mDn5g
    Interessant jedenfalls. Die Vorgängerscheibe habe ich gekauft, nachdem ich auf meiner Urlaubsfahrt durch die Schweiz nachts um halb drei zum ersten Mal ‚Odessa‘ hörte und dieser Song sich festsetzte. In Strasbourg konnte ich Caribou als Vorband von Radiohead live sehen. Das war ziemlich gut, aber das mit dem Vorbandstatus ist eben manchmal etwas schwierig.

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