Liars – Mess (2014)

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Liars – Mess
Label: Mute Records, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Pop, Techno

Da! Die Disco! Da! Die Kampfstiefel! Da! Der Beat! Da! Die MDMA Pillen! Da! Die Tanzfläche! Loooos! Stampfen! Und nach 50 Minuten ist absitzen und durchatmen angesagt. Schweiss aus der Stirn gewischt und das Bier runtergekippt lassen wir nochmals Revue passieren, was sich soeben abgespielt hat. Liars sind wieder da, nach „WIXIW“ nun mit einem fadenfroh gestalteten Album namens „Mess“. Unordentlich ist hier aber nicht viel, denn der experimentelle EBM-Techno knallt immer gerade heraus. Die Stücke sind aufgeräumt und klar strukturiert. Auch der Satzgesang wechselt meist nicht einmal zwischen den Liedern die Lage oder Melodie.

Liars haben es mit „Mess“ wieder einmal geschafft. Auch das neuste Album gleicht keinem ihrer bisherigen. Die Band besitzt den Ruf, mit jedem Werk eine totale Wende zu machen und alles Bekannte über Bord zu werfen. Wenn man sich an ihre Musik gewöhnt hat, wird wieder alles anders – wie auch hier. Die letzte Entwicklung ging von Alternative Rock zu Art- und Experimental-Rock. Bei den letzten Scheiben wurden oft Vergleiche mit Radiohead und Konsorten gezogen und das zu Recht, wie auch ich finde. Doch von dieser filigranen Art der Elektronik und sanften Klangspielerei bleibt nichts mehr übrig. Der Holzhammer zertrümmert alle Gefühle und feinen Äste, zurück bleiben nur die starken und breiten Balken. Die Synthies dröhnen und krachen, der Beat erschüttert die Wände. Das weiss zu Beginn auch zu gefallen und gerne lässt man sich mitreissen. Doch leider haben Liars zu wenige Ideen auf das Album gepackt. Während den 50 Minuten klingen alle Lieder sehr ähnlich, die Abwechslung bleibt auf der Strecke. Als EP hätte das Experiment wohl besser funktioniert, gerade da die Texte auch eher dem Spassprinzip unterliegen, als Sinn zu ergeben.

Wer die Band mag und sich gerne auf spannende Begegnungen einlässt, liegt hier sicherlich nicht falsch. Ich habe immer Spass, wenn ich dieses Album höre, will man doch sogleich aufstehen und durch das Zimmer hüpfen. Wer an den Liars bis jetzt aber immer ihre Vielseitigkeit und das Gespür für feine Klangspielereien geschätzt hat, der wird hier wohl enttäuscht. Reinhören vor dem Kauf ist die beste Variante.

Anspieltipps:
Mask Maker, Pro Anti Anti, Mess On A Mission

Das dazu passende Getränk:
Besser nichts, du hast schon MDMA intus.

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