The Flaming Lips – With A Little Help From My Fwends (2014)

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The Flaming Lips – With A Little Help From My Fwends
Label: Warner Bros. Records, 2014
Format: Vinyl im Gatefold, mit CD
Links: Discogs, Band
Genre: Cover, Psychedelic Rock, Noise

Wie ich schon vor kurzem bei dem Cover-Album von Steven Wilson bemerkt habe, ist das Nachspielen und Verändern von Liedern keine einfache Angelegenheit. The Flaming Lips haben sich in ihrer Karriere aber gerne mal in dieser Kunstgattung versucht und mit „The Dark Side Of The Moon“ das komplette Meisterwerk von Pink Floyd nachgespielt. Das Resultat fand ich sehr ansprechend, die Substanz wurde in das verrückte Universum der Lips transferiert und durch die Mangel genommen. Mit „With A Little Help From My Fwends“ [sic!] steht nun die zweite Scheibe in dieser Reihe an. Unschwer zu erkennen, sind hier die Beatles mit „St. Peppers Lonely Hearts Club Band“ dran.

In seiner ursprünglichen Form ist der Klassiker von den Pilzköpfen ein sehr merkwürdiges und psychedelisches Werk. Die Band hatte damals alles aus der Studiotechnik rausgepresst und versuchte sich an Overdubs, Soundeffekten und wirren Klangkaskaden. Womit wir auch gleich beim eigentlich Punkt sind: Wieso wird ein solch überdrehtes Album nochmals aufgenommen, als noch überspitzteres Experiment voller verwirrender Effekte, Krach und unzähliger Gäste? The Flaming Lips spielen hier Hausherren für unter anderem My Morning Jacket, Miley Cyrus, Moby, Dr. Dog, Maynard James Keenan oder J. Mascis. Alles grosse Namen in der Musikwelt, ihre einzelnen Beiträge werden aber oft so stark durch Effekte und Chaos überlagert, dass sie nicht klar auszumachen sind. Mit all den Schichten und Explosionen wird das Album teilweise ein unhörbarer Koloss aus Lärm. So etwas kann interessant sein, gerade wenn man wie ich auf die Verrücktheit von The Flaming Lips steht, doch hier ist es einfach von allem zu viel. Die Ohren können sich nicht erholen, das Album ist wie ein Stuhl aus Scherben, rostigen Nägel und Stacheldraht, auf den man sich setzen will.

Bei jedem Lied denkt man leider ab spätestens der Hälfte: Doch das Original ist besser. Die illustre Runde aus Musikern und Psychopaten weiss meist nichts Spannendes hinzuzufügen und spielt bloss mit der heutigen Technik. Schade, ich persönlich habe mir mehr erhofft. Eine überraschende Erkenntnis bietet die Platte aber dennoch: Miley Cyrus kann echt gut singen und wäre eine tolle Künstlerin. Wenn sie nur das Richtige machen würde.

Anspieltipps:
Lucy In The Sky With Diamonds, Being for the Benefit of Mr. Kite!, A Day In The Life

Das dazu passende Getränk:
Baldriantropfen, um wieder runter zu kommen.

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2 Kommentare

  1. Hallelujah. Die Flaming Lips sind schon die kompetentesten, wenn es um Drogenerfahrungen/gefühle geht. Also wenn man doch eigentlich in jeglicher Form nüchtern ist. Jetzt habe ich wieder Lust auf eine Konzert von denen.

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