The Gaslight Anthem – Get Hurt (2014)

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The Gaslight Anthem – Get Hurt
Label: Virgin Records, 2014
Format: Vinyl mit Inlay
Links: Discogs, Band
Genre: Rock, Americana, Punk

Eine Band steigt in den Bus und fährt los, dem Unbekannten entgegen. Auf ihrem Weg werden sich nicht nur die Umgebung, sondern auch die Menschen hinter der Musik verändern – und somit die Songs, welche sie schreiben. Solche Veränderungen sind natürlich und normal. Wer will schon eine Band hören, die Jahrzehnte lang denselben Song aufnimmt? Dass unterwegs dann aber auch Umwege oder Abbiegungen genommen werden, die so manche Fans verwirren oder vor den Kopf stossen, auch das ist zu erwarten. The Gaslight Anthem sind mit ihrem fünften Album spätestens an diesem Punkt angelangt.

Ihre Mischung aus Punk, Heartland und alternativem Rock begeisterte Kritiker und Musiker seit Jahren gleichermassen. Mit der höher werdenden Albenzahl wandelte sich ihre Musik aber auch immer mehr Richtung Pop und traditionellem Rock. Auf dem Vorgänger „Handwritten“ vermischten sich all diese Einflüsse zu einer mit Hits gefüllten Platte, die durchweg begeisterte. „Get Hurt“ aber schreitet noch weiter, dies lässt sich schon anhand des doch eher simplen und unschönen Covers bemerken. Der Tenor liegt nun auf klaren und einfachen Liedern, direkt und ohne Umschweife in den Kopf und Bauch. Lieder wie „Get Hurt“ oder „Red Violins“ gefallen und sind schnell erfasst, das Album nistet sich schnell ein und man ertappt sich dabei, wie die Melodien sofort mitgepfiffen werden. Ecken und Kanten wurden bei der Produktion fast gänzlich abgeschliffen, und wäre nicht die eher raue Aufnahme der Instrumente, es wäre glatt wie eine Marmoroberfläche. Dabei sticht aber die Stimme von Brian Fallon heraus, seine unverkennbare Art die Wörter herauszupressen, seine kratzenden Stimmbänder und die etwas nasale Intonierung: Er bleibt ein herausragender Sänger.

Das Album hinterlässt mich etwas zwiegespalten. Gerne würde ich es lieben, mit all seinen Melodien, mit seinen Liebesliedern, mit seinem popaffinen Anstrich und der doch klar nach The Gaslight Anthem klingenden Art. Aber irgendwie fehlt mir halt doch die Wildheit der Vorgänger. Es rumpelt zu wenig und viele Songs sind sogar Balladen, welche schnell vergessen sind. Gerade gegen Ende verliert das Album zu viel an Tempo und kann sich erst mit „Dark Places“ ein letztes Mal aufraffen. Unter dem Strich: Für Liebhaber der älteren Werke zu wenig Gehalt, ein Album das leider in der Kategorie „unter ferner liefen“ in den Jahreslisten auftauchen wird.

Anspieltipps:
Get Hurt, Rollin‘ And Tumblin‘, Dark Places

Das passende Getränk dazu:
Ein IPA Punk Bier, sieht wild aus, schmeckt aber süsslich.

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