Bass Communion – Box-Set (2014)

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Bass Communion – Box-Set
Label: Tonefloat, 2014
Format: 4 CDs in Einzhüllen im Schuber, mit Booklet
Links: Discogs, Band
Genre: Drone, Ambient, Experimental

Der Tausendsassa Steven Wilson hat seine Seele dem Teufel verkauft und kann seither nur noch grandiose Musik komponieren und produzieren. Eine tolle Sache für ihn und seine Fans, doch oft wird er auch von düsteren Träumen in der Nacht heimgesucht. Als Ventil dazu schreibt er nun oft gespenstische Instrumentalmusik, um diese Dämonen zu vertreiben. Doch es hilft alles nichts, hinter den Schatten lauern immer wieder böse Geister.

Ob das stimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Die Musik, welche unter dem Namen Bass Communion veröffentlicht wird, ist oft eine verwunschene Albtraumserinnerung. Im Gebiet des Drone angesiedelt mischt Steven Experimental, Ambient und Electronica munter durcheinander, um am Schluss lange mäandernde Werke zu erhalten, die eher Klangkulisse als Song sind. Dabei fallen oft Restbestände an, die nicht auf die immer streng limitierten Alben gepresst werden. Das diesjährige Box-Set ohne Titel versammelt nun einige Outtakes und neue Version von diversen Alben auf vier CDs. Einzeln verpackt in schallplattenmässigen Hüllen, mit einem hübschen Fotobooklet im Schuber. Tonefloat hat sich auch bei dieser Veröffentlichung wieder alle Mühe gegeben, auch wenn das Set auf 2000 Exemplare limitiert wurde. Gerade die Fotos von Carl Glover passen zu den kargen, trockenen Landschaften, die Wilson malt.

Die erste Scheibe bietet unter dem Namen „Vajrayana / Indicates Void “ gesammelte Bonusstücke, welche zuvor nur auf den Vinyl-Versionen und in gekürzter Fassung erhältlich waren. Gerade das vierteilige „Indicates Void“ ist sehr stark, darf mal Piano, mal Gitarre oder Saxophon der Klangangeber sein und das Leitmotiv ausschmücken. Grandios, wie wandelbar die Kompositionen von Wilson sind und wie viel Geräusch und Feldaufnahmen sich zu einem lebenden, windenden Körper zusammenfügen und langsam in die Gehörgänge kriechen. Auf die Spitze wird diese Technik mit dem 40 Minuten langen Stück „Pacific Codex“ getrieben. Gerne passiert hier auch einfach mal nichts, oder die Membranen brummen und wabern. Solche Klangkonstruktionen müssen ihren Raum erhalten, wobei jeder für sich selber entscheiden muss, wann solche Musik angebracht ist. Beim Autofahren? Vor dem Einschlafen über Kopfhörer? Oder vielleicht als Begleiter bei einem tragischen Buch? Für was man sich auch immer entscheidet, die Wirkung ist intensiv und geht direkt unter die Haut.

Mit „Reconstructions“ und „Litany / Temporal“ erhält man noch diverse Remixe, welche auf Material von Darkroom, Theo Travis und weiteren basieren, sowie das faszinierende Temporal, welches nur aus aufgenommenen Uhrgeräuschen besteht. Das Intro von Pink Floyds „Time“ ist Kindergarten dagegen. Somit deckt diese Box jeden Aspekt ab, den Bass Communion ausmacht und dient als tolle Ergänzung der Sammlung oder als guter Startpunkt. Für Fans von atmosphärischer und komplexer Musik, Freunde von Geräusch und Nebel und für Steven Wilson Fanatiker ist dieses Set ein echtes Schmuckstück.

Anspieltipps:
Indicates Void IV, Wvndrkmmer, Litany 1

Das zu passende Getränk:
Eine Tasse Kaffee, je nach Geschmack kalt oder warm.

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