Neal Morse – Songs From November (2014)

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Neal Morse – Songs From November
Label: Radiant Records, 2014
Format: CD im DigiLinks: Discogs, Musiker
Genre: Pop, Rock, Gospel

Morse of the same – ein Spruch, der bei der Musik von Neal Morse gerne mal rausposaunt wird und oft leider nicht gänzlich falsch ist. Denn seit Herr Morse bei dem Progressive Rock-Luxuskahn Spock’s Beard ausgestiegen ist und seine Musik der Religion verschrieben hat, veröffentlicht er praktisch jährlich ein neues Solo- oder Livealbum. Die Musik darauf hat sich in letzter Zeit sehr oft geglichen und meist spielte es keine Rolle mehr ob nun „Lifeline“, „?“ oder „Momentum“ den Weg in den CD-Spieler fand. Verständlich, dass auch ich (obwohl ich den kitschigen und symphonischen Sound seiner Alben sehr mag) bei „Songs From November“ zuerst gezögert habe. Positive Stimmen haben mich aber doch noch dazu gebracht, das Album blind zu kaufen.

Offenbarung Nummer 1: Auf dem Album befinden sich nicht lange, komplizierte Lieder sondern knackige und fast fröhliche Popsongs. Neal hat seine Musik vom Kopf zum Herzen transportiert und setzt hier auf stimmige Stücke, die im Radio gespielt werden können und dabei nicht aus der Reihe tanzen würden. Glücklicherweise hat sich der Gehalt aber nicht dem eher durchwachsenen Angebot der UKW-Stationen angepasst. Die Lieder des Novembers bestechen durch eine wunderbare Mischung aus Pop, Rock und älteren US-amerikanischen Einflüssen – so finden sich Gospel, Soul und Folk als angenehme Schattierungen der oft sehr euphorischen Songs.

Womit wir auch gleich bei der Offenbarung Nummer 2 angelangen: Morse verbreitet mit seinen Studiomusikern durch einfache Mittel wie eingängige Refrains, Chorgesang oder farbiges Instrumentenspiel eine wunderbare Stimmung die den November von kaltgrau zu sonniggelb färbt. Ein solch positives Album habe ich seit Langem nicht mehr gehört – es ist schon beinahe erstaunlich, dass es mich nicht nervt. Als Verfechter der melancholischen Musik schalte ich bei zu glücklichen Liedern gerne ab. Da aber der Prog von Neal Morse schon immer mit viel Kitsch, Melodie und Pathos beladen war, komme ich hier gut zurecht und wippe gerne mit. Auf diesem Album findet man wohl ein paar der besten Songs, die er je geschrieben hat.

Offenbarung Nummer 3: Die Texte sind erträglich und nicht missionarisch. Oft drückte bei ihm der Christ total durch und die Lieder wurden Lobhudeleien über Jesus und Gott. Das hält sich auf „Songs From November“ in vertretbaren Grenzen. Meist wird eher das Leben an sich (oder auch gerne die Liebe) besungen.

Natürlich sind diese Veränderungen eher für Morse-Kenner offensichtlich. Leute die mit seiner Musik bis jetzt nicht viel anfangen konnten, werden wohl auch bei dieser Platte mit der Zeit eher die Nase rümpfen. Seine Harmonien, Melodien, Gesang und teilweise sogar die Textstellen sind immer noch aus demselben Weihrauch geformt wie bei den Prog-Alben. Reinhören empfiehlt sich auf jeden Fall, ich mag die lockere Grundstimmung, die kurzen Songs und den Gesang von Morse. Ein sehr nettes Album für zwischendurch.

Anspieltipps:
Whatever Days, Love Shot An Arrow, The Way Of Love

Das passende Getränk dazu:
Ein Glas Weihwasser.

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