Pink Floyd – The Endless River (2014)

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Pink Floyd – The Endless River
Label: Parlophone, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, Downloadcode und Booklet
Links: Discogs, Band
Genre: Ambient, Space Rock, Art-Rock

Der endlose Fluss, so heisst das „neue Album“ von Pink Floyd nicht nur, so klingt es auch. Eigentlich besteht die Platte aus einem langen und dahinwabernden Strom von experimentellen und instrumentalen Reststücken der „The Division Bell“ Session. Jawohl, die Musik auf dieser Platte ist nicht neu geschrieben oder aufgenommen sondern stammt aus dem Jahre 1994, damals als die Band noch ein letztes Mal um die Welt reiste, damals als Keyboarder Richard Wright noch lebte und damals als man noch dachte, die Band gibt es noch ewig (oder zumindest ein paar weitere Jahre). Jetzt, 20 Jahre später steht die Jubiläumsbox des damaligen Albums im Regal, Pink Floyd ist ein grosses Kapitel im Geschichtsbuch des Rock und die Welt dreht sich trotzdem weiter.

„The Endless River“ wurde als Album angepriesen aber seien wir doch ehrlich: Es ist eher Bonusmaterial und Studioüberresten als das es wirklich vollwertig daher kommt. Klar, verkaufs- und marketingtechnisch ist die Werbung mit „Neues Album der Space-Rock Legenden“ besser als „hier noch eine überteuerte Scheibe mit unbenutzten Material aus alten Aufnahmen“. Aber das Melken der Kuh ist im Musikgeschäft halt auch ein endloser Fluss, wie passend auch hier der Titel. Doch wollen wir nicht nur rumstänkern sondern auch mal was zum eigentlich Inhalt schreiben. Denn die Musik ist an und für sich nicht schlecht das typische Pink Floyd Gefühl ist ab der ersten Minute vorhanden. Gilmours Gitarre jault, klingt und verzerrt die Noten, Masons Schlagzeug ist songdienlich und leicht und die Keyboards von Richard Wright füllen das Klangspektrum wohlig aus und gefallen sehr gut. Echt schade, dass dieser grossartige Musik so früh von uns gegangen ist. Aber man merkt, hier sind Überbleibsel zusammengefügt worden. Es sind keine Songs im eigentlich Sinn, Strukturen wiederholen sich selten und alles hat einen meditativen Überbau. Wenn dann die Gitarren mal wild werden und wie in „The Wall“ oder auf „A Momentary Lapse Of Reason“ davon traben, dauert der Moment nur kurze Minuten. Als Hörer versucht man diese Stellen in einen Kontext zu bringen und ertappt sich und die Musiker dabei wie es an jeder Ecke und jedem Ende nach Selbstzitaten riecht. Wenn als Abschluss mit „Louder Than Words“ dann noch Gilmours Gesang erklingt wird man wie überrumpelt. Es passt nicht wirklich in den Aufbau und klingt leider genau nach dem was es ist: Ein Lied das damals nicht verwendet wurde weil es den Ansprüchen nicht genügte und in seiner Form eher auf „On A Island“ hingehören würde.

Was am Schluss übrig bleibt ist die Klarheit, dass Pink Floyd nicht mehr existieren und somit auch nie mehr „neue Alben“ veröffentlichen werden. „The Endless River“ ist ein entspanntes und gut produziertes Flickwerk aus herumliegenden Resten. Wieso man diese Scheibe aber nicht als Bonusmaterial in die Deluxebox von „The Division Bell“ steckte welche in diesem Jahr erschien wissen wohl nur die Finanzberater der Plattenfirma und Musiker. Der Inhalt und das Cover werden nämlich nie an die grossartigen Werke der Band heranreichen und verdienen es in meinen Augen nicht als letztes Album der Diskografie dazustehen auch wenn es als Ambientwerk gut funktioniert.

 

Anspieltipps:
Das gesamte Album ist ein Fluss

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