North Atlantic Oscillation – The Third Day (2014)

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North Atlantic Oscillation – The Third Day
Label: KScope, 2014
Format: Vinyl mit Downloadcode
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Rock, Shoegaze, Post-Prog

Was beim zweiten Album „Fog Electric“ überhand nahm, gilt weiterhin als vorherrschend. Das neblige, sphärische Wabern der elektrischen Klanghülle, transparent und transzendental. Solche Musik kann nicht von menschlicher Hand geschaffen worden sein, hat sie doch immer diese erhabene Aura. The Third Day ist ein weiterer Siegeszug vom hoch spannenden Label KScope.

Sam Healy, Frontmann und Songschreiber von NAO, hat letztes Jahr mit dem Art-Rock Meisterwerk SAND ein Album vorgelegt, dass auch diese Qualitäten aufweisen kann, aber noch einen Schritt weiter in Richtung Verkopftheit ging. Die dritte Platte von North Atlantic Oscillation ist – was auch nahe liegend und logisch ist – nun ein Destillat aus beidem. Gewisse Lieder sind klar NAO mit ihren doch eher songdienlichen Aufbau, klarer Instrumentalisierung und sowieso, Healys Gesang. Glücklicherweise wagt die Band aber auch gerne neue Experimente wie das auf Gesang und Flächen beschränkte „A Nice Little Place“. In solchen Momenten wird einem wieder schlagartig bewusst, wie grandios hier Harmonien und verschiedene Tonschöpfungen kombiniert werden und als Ganzes noch besser funktionieren. Emotionen wie Melancholie, Erschöpfung oder Zufriedenheit manifestieren sich im Kosmos und jeder Satellit schickt die Signale direkt in unsere Synapsen.

Oft ist unklar ob jetzt Gitarren zu keyboardartigen Melodien verzerrt werden oder Synthies so scharf spielen, dass es auch ein Saiteninstrument sein könnte. Interessanterweise ist Sam Healy als Sänger eher unvorteilhaft, seine Stimme krächzt oder überschlägt sich gerne mal. Oder treibt sich selber in unüberschaubare Höhen. Aber trotzdem stört dies nicht sondern gehört zur Musik der Band und passt perfekt zu der verrauschten Musik voller aus Pixel bestehendem Wasser, verdampfter Elektrizität und außerirdischen Menschen. Noch hat das Werk bei mir nicht so gezündet wie Fog Electric, aber qualitativ ist es auf jeden Fall eines der stärksten Alben in diesem Jahr. Art-Rock bleibt mehr als nur spannend, ist dank Bands wie NAO eines der innovativsten Genres.

Anspieltipps:
Great Plains II, A Nice Little Place, Penrose

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