Live: 3. Kapitän Platte Festival, Nr Z P Bielefeld, 14-10-11

KPF_HirschEffekt_Mbohli

Kapitän Platte Festival 2014
Nr Z P, Bielefeld
Samstag 11.10.2014

Bereits zum dritten Mal legte der Kutter von Kapitän Platte im Heimathafen von Bielefeld an und öffnete seine Schotten. Heraus gepurzelt kamen nicht nur die Labelmenschen Karl, Pietsch und Tane, sondern ein bunter Haufen Musiker und Vinylscheiben. Gerne nahmen die Bielefeldianer und Auswärtigen diese fröhliche Truppe in Empfang und fand sich im Nummer Zu Platz (einer ehemaligen Büroräumlichkeit jetzt Kulturlokal) ein.

Essensbedingt fanden wir den Weg erst inmitten des eröffnenden Sets von We Stood Like Kings in den Festsaal und wurden somit gleich von Stummfilm und Post-Rock empfangen. Konnte mich die Musik der Gruppe ab Platte nicht vollends überzeugen fügte die bildliche Untermalung nun die fehlende Ebene hinzu. Plötzlich erhielten die Stücke mehr Sinn und die Bilder aus dem Berlin Jahre 1921 zu betrachten war sehr interessant. Erstaunlich wie schnell und stark sich die Welt seit diesen Aufnahmen verändert hat.

SORK änderten als zweite Band dann alles. Der Horrorfilm mässige Postpunk mit viel Orgel ist sehr schräg und einmalig im Repertoire von Kapitän Platte. Live kam die Verrücktheit noch stärker durch, besonders da das Verhalten der Sängerin oft an Die Antwoord erinnerte. Macht Spass zum Zuschauen und Mithüpfen und die Texte wurden den Zuschauer mit Megafon entgegen geschrieen. Instrument versöhnten das Publikum danach mit eher typischem Post-Rock. Wunderbar grossartig wurde das Konzert dank den neuen Songs vom dritten Album „Read Books“. Neu wird die rein instrumentale mit viel Gesang aufgepeppt. Das integrierte sich sehr gut in den Gesamtsound der Band, Instrument haben mit diesem Album einen grossen Schritt nach vorne gemacht und Live noch mehr Wucht erhalten.

Den überwältigenden Abschluss haben die wilden und unermüdlichen The Hirsch Effekt geboten. Ihre Musik ist ab Platte eine unwirkliche Wucht, live steigert sich dies zu einem Erlebnis das dich entweder erschrocken davon jagt oder fesselt und keine Sekunde loslässt. Immer wieder habe ich mich gefragt wie man Lieder mit so vielen Breaks, Taktwechsel, Melodien und Geschrei wie auch Gesang auswendig lernen und vortragen kann. Tausende von Noten füllten den Saal und wurden vom Publikum mit hartem Headbanging zugleich zertrümmert. Wie hier erbarmungslose Math und Grind Passagen mit Orchesterklängen, hymnischen Refrains und Mitschreimomenten kombiniert werden ist meisterlich. Gottlob erscheint im Februar das neue, dritte Album der Band. Obwohl mit „Holon: Anamnesis“ haben sie ihr Werk für die Ewigkeit schon geschrieben, dies zeigte sich auch wieder im NrZP.

Wer nach diesem Urknall noch weiter feiern wollte fand im Nebenraum „Cutie“ das Kapitän Platte-Glücksrad, Merchandise, eine gut ausgestattete Bar und viele Gelegenheiten sich mit anderen Musikfans auszutauschen. Dave & Mighty bot tollen Sound für die Afterparty. Als Fazit bleibt zu sagen: Das Festival des Bielefelder Labels ist eine wunderbare Angelegenheit bei der sich alle wohl fühlen. So muss Austausch der Musik funktionieren.

KPF_Instrument_MBohli  KPF_SORK_MBohli  KPF_WSLK_MBohli

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