Eno • Hyde ‎– High Life (2014)

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Eno Hyde – High Life
Label: Warp Records, 2014
Format: Doppelvinyl im Gatefold, Downloadcode
Links: Discogs, Band
Genre: Synth-Pop, Electronica

Es geht nicht um die Form, sondern die Formfindung. Überall wächst, wuchert und überlagert sich das Konstrukt, es fallen einzelne Schichten wie Zwiebelschalen zu Boden nur um sogleich von neuen Belägen zugedeckt zu werden. Atmung und Zyklus, freier Lauf und ungehemmtes Wachstum, High Life ist ein eigenes Ökosystem und die Herren Eno und Hyde bewegen sich darin wie Götter oder zumindest Obergärtner.

Nachdem Sie vor drei Monaten mit Someday World ihr erstes Album der fruchtbaren Kollaboration veröffentlichten, folgt nun der grosse Bruder. Der Fokus hat sich verschoben, die Mission ist nicht mehr der reine Pop, sondern das verweben mit Afrobeat, Krautrock und Hypnose. Die Lieder dürfen dabei gerne auch fast zehn Minuten lang werden und sich in Wiederholungen fest schrauben. Dabei ist es vor allem dem unendlichen Erfindergeist der beiden Musik zu verdanken, dass diese Momente niemals langweilig oder zu einem Selbstgefallen werden. Überall pluckert und zupft es, immer wieder lassen sich neue Klänge oder Geräusche entdecken. Man muss allerdings schon etwas Geduld und Verständnis für diese Art von Musik mitbringen, ansonsten wird sich der Sinn nicht erschliessen. Spannend dabei, dass die Gitarre oft sehr rhythmisch eingesetzt wird und dabei das Schlagzeug stimmig ergänzt. Auch kürzere Songs wissen zu gefallen, besonders das „xy, Sit Down, Breathe“ mit seiner mantraartigen Struktur hat sich bei mir sofort im Gehörgang festgekrallt. Andere Stücke wie Lilac lassen im Kopf auch schnell Wurzeln wachsen, haben aber auch eine leichte Tendenz zum nerven.

Mit High Life ist es Bryan Eno und Karl Hyde gelungen ein Album zu veröffentlichen das Musik, Kunst und Prozess vereint und besonders im Doppelpack mit dem Vorgänger Someday World eine spannende Reise garantiert. Wären nicht plötzlich noch die Engineers mit dem neuen Werk Always Returning aufgetaucht, würde ich hier vom Popmeisterwerk des Jahres sprechen. So ist es ein harter Kampf, aber einer bei dem es nur Gewinner gibt.

Anspieltipps:
Return; Time To Waste It; Slow Down, Sit Down And Breathe

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