The Hirsch Effekt – Gewaltiges Gewitter

Copyright: The Hirsch Effekt http://www.thehirscheffekt.com/bilder

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Als 2009 in Deutschland die Band The Hirsch Effekt gegründet wurde, ahnte noch Niemand was da auf die Musikwelt zukommt. 2010 mit der Veröffentlichung des Debüt-Album „Holon: Hiberno“ kam dann das grosse Hallo: Die drei Mannen (Ilja Lappin, Moritz Schmidt und Nils Wittrock) präsentierten mit dem Werk eine unglaubliche Platte voller abenteuerlicher Songs zwischen heftigem Metalgewitter, Math-Core Attacken, Noise-Nebel und unter die Haut gehender deutscher Gesang mit viel Gefühl. Ein technisches Meisterwerk bei dem aber auch die Emotionen nicht vergessen wurden, ein Überalbum. Auch live bewies die Truppe, dass ihr Talent sehr gross ist. Die Musik konnte ohne Verluste von der Platte auf die Bühne übertragen werden und regelmässig wurden die Zuschauer an den Veranstaltung weggeblasen.

Seitdem befindet sich die Band auf einem steilen Weg nach oben, ihre Musik wird immer besser und interessanter. Mit diversen Split-EPs und dem zweiten Album „Holon: Anamnesis“ haben die Musiker die Messlatte extrem hoch gesetzt und so manch einer fragte sich, was da jetzt noch kommen kann. Die Presse war ebenso vom Zweitwerk begeistert wie die Hörer, das Konzeptalbum um eine zerbrochene Beziehung nimmt dir den Atem. Die bisher letzte Veröffentlichung „FIXUM“ zeigte die Band nun von einer etwas ruhigeren und symphonischeren Seite, ein drittes Album ist aber bereits in der Mache. Für Freunde intelligent gemachter Musik mit der man sich intensiv auseinander setzen muss, führt momentan kein Weg an The Hirsch Effekt vorbei.

Ein paar Fragen an Nils Wittrock (Gitarre, Gesang):
Was sicherlich zuerst auffällt: Eure Musik ist eine atemberaubende Mischung aus verschiedensten Genres. Wie schreibt man solche Musik? Gemeinsam im Bandraum oder einzeln im Denkstübchen?
Das ist ganz unterschiedlich. Jeder Song entsteht unterdessen anders. Einige Ideen werden zu Hause vorbereitet, andere entstehen im Proberaum. Manchmal treffen wir uns nur zu zweit in unterschiedlichen Konstellationen. Häufig bereitet einer zu Hause etwas nach. Wir arbeiten in jedem Fall sehr viel mit Demos und Dropbox.

Schreiben ist das eine, gespielt müssen die Lieder auch werden. Heisst das bei euch tagelanges üben?
Ich glaube, dass ich der einzige von uns dreien ist, der seine Parts zu Hause immer wieder üben muss. Natürlich proben wir aber auch intensiv vor den Konzerten.

In eurer Musik hört man nicht nur Einflüsse von Bands wie The Dillinger Escape Plan oder The Mars Volta, ihr habt auch schon für solche Bands Konzerte eröffnet. Sind dies auch Vorbilder oder erschafft ihr die Musik ohne gross an Bands zu denken?
Mit TDEP bin ich persönlich erst im Zusammenhang mit unseren Support-Shows in Berührung gekommen. Die Band hat uns schon sehr geflasht und die insgesamt sechs Shows waren eine prägende Erfahrung. Als Vorbilder zählten die allerdings bisher nicht. Beim Schreiben denken wir sehr wohl oft an Bands. Wir erfinden das Rad nicht neu, wir bauen nur unser eigenes und es kommt häufig vor, dass wir Teile nach Bands benennen.

Als Kontrast zu der wechselnden und heftigen Musik empfinde ich die Texte. Oft bestehen diese aus wenigen, wiederholten Sätzen. Manchmal sehr lyrisch („Jeder liebt ein Regengedicht“, „Anstatt das du gegangen bist, kommst du einfach nicht mehr her“), dann auch mal politisch. Was steckt dahinter?
Dahinter steckt, was immer der Hörer möchte.

Ebenso mit den Platten- und Liedtitel. Mit Holon spiegelt ihr wider, dass eure Alben Teile des ganzen Hirsch Effekt-Werk sind, aber gleichzeitig auch in sich geschlossene Platten. Anamnesis – ebenfalls griechisch – bedeutet Erinnerung. Ist es ein konzeptueller Gedanke eher fremde Sprachen zu verwenden?
Wir mögen es, wenn die Titel dem Hörer ein bißchen was zum Nachdenken aufgeben. Außerdem lässt ein Titel, der nicht sofort auf den Inhalt des Textes schließen lässt, weil das Wort einem nicht sofort geläufig ist, dem Hörer mehr Platz den Text selber auszulegen. Wenn ein Song „Angst vor Bindung“ heißen würde, dann weiß jeder sofort Bescheid, worum es geht. Heißt der Song „Ligaphob“ kann man erstmal seinen eigene Auslegung machen und später forschen, ob einem der Titel evtl. noch Anhaltspunkte für die ursprüngliche Intention gibt. Auch wenn das dritte Album kein „holon : “ mehr werden wird, weichen wir davon nicht ab.

Das zweite Album ist eine tragische Liebesgeschichte. Wie viel persönliches bringt ihr in die Musik und Texte ein?
Die Texte sind generell sehr persönlich.

Die nächste Frage ist sicherlich eine der meistgehörten aber trotzdem: Wieso The Hirsch Effekt? Ich denke mal ihr bezieht euch auf Rahel Hirsch.
Als wir uns den Namen ausgesucht haben wussten wir noch nichts von Rahel. Der Name hat keine Bedeutung. Klingt einfach nur bescheuert und passt daher gut zu unserer Musik.

Eure Alben und Singles erschienen bis jetzt im Vinyl-Format auf Kapitän Platte. Wie kam denn diese Zusammenarbeit mit den Leuten aus Bielefeld zustande?
Pietsch von Kapitän Platte war auf einem unserer Konzerte und wir kamen danach ins Gespräch. Da wir eine Vinyl-Pressung aus Kostengründen bis daher nicht hatten, waren wir sofort begeistert.

Ihr seid mit dem nächsten Album beschäftigt. Kann man schon mal erfahren, in welche Richtung es steuern wird und wann es das Licht der Welt erblickt?
Wir wissen noch nicht genau, wie wir das Album veröffentlichen werden. Es wird auf jeden Fall ein The Hirsch Effekt Album, geht aber mehr in die Richtung, in die auch FIXUM schon ging.

Weitere Informationen:
Discografie mit Hörproben
Shop von Kapitän Platte
Tourdaten

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