Lily Allen – Sheezus (2014)

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Lily Allen – Sheezus
Label: Regal, 2014
Format: Doppel-CD im Digipak
Links: Discogs, Musikerin
Genre: Pop, Hip-Hop

Was die arme Lily Allen nicht alles durchmachen musste in den letzten Jahren. Zerbrochene Beziehungen, Fehlgeburten, musikalische Leere.Aber glücklicherweise scheint nach jedem Unwetter die Sonne und Frau Allen hat mit „Sheezus“ nun ihr drittes Album veröffentlicht. Leute welche die aktuelle Popkultur im Auge haben merken jetzt schon, der Name nimmt Bezug auf das neuste Werk namens „Yeezus“ von Kayne West. Die Fahrtrichtung ist somit teilweise gleich mal vorgegeben: Lily Allen prangert auf ihrer Platte die Darstellung und der Umgang mit der weiblichen Sexualität in der Popwelt an. Beim Titellied heisst es im Refrain: „RiRi isn’t scared of Katy Perry’s roaring / Queen B’s going back to the drawing / Lorde smells blood, yeah, she’s about to slay you“ Klar eine Anspielung auf das Gerangel um die Popkrone welches oft mit viel nackter Haut geführt wird.

Macht Lily dies anders? Sicherlich ist ihre Musik zuerst auch einmal ein zeitgenössischer Mix aus Pop, Electro und Hip-Hop welches in den Hitparaden gut ankommt und auch live trägt sie gerne knappe Kleider. Doch weisen die Songs genügend Ideen und Variationen der Klänge auf um der Stangenware entgegen zu halten. Der grösste Unterschied liegt aber in den Texten. Sie wird ziemlich deutlich und prangert die Machomentalität und das Ausbeuten der nackten Frauenkörper an, unser Umgang mit der Technik und dem Internet und das Verhalten zwischen Mann und Frau. Spannend ist dabei vor allem, dass die Songs meist sehr fröhlich daher kommen. Wer nicht genau hinhört kann sich schnell täuschen lassen. Das Video zu „Hard Out Here“ sorgte schon letztes Jahr für Aufruhr, war es doch ein unverblümtes Gegenstück zu „Blurred Lines“ von Robin Thicke.

Als Gleichgewicht zu diesen für die Massenmusik schwer verdaulichen Themen handeln ein paar Songs von Lilys neuem Glück in der Familie. Hat sie doch mit ihrem Mann nun Kinder und wird von denen über alles verwöhnt. Dieses Glück überträgt sich auch in die Musik, allerdings für mich in gewissen Songs zu fest. Das Lied „Air Balloon“ ist mit Autotune, Zuckermelodie und Künstlichkeit zu viel. Das wird in anderen Songs besser gelöst, beispielsweise in „Take My Place“. Das Album als Ganzes ist gelungen und behält trotz dem kritischen Themen – für die man Lily mag –  ihre Trademarks. Pianoakkorde und Tonkurven ihres Gesangs sind typisch für sie, auch wenn sie hier endlich weiter Richtung Rap geht. So macht Popmusik Sinn und Spass.

Anspieltipps:
Sheezus, As Long As I Got You, Hard Out Here

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