Katy B – Little Red (2014)

KatyB-LR

Katy B – Little Red
Label: Rinse, Columbia, Sony, 2014
Format: Deluxe-Version mit Doppel CD
Links: Discogs, Künstlerin
Gerne: Pop, Dance

Mit ihrem Debütalbum „On A Mission“ veröffentlichte Katy B aus England 2011 ein spannendes Popalbum auf dem mit Elementen von Dubstep, Drum & Bass und House experimentiert wurde. Die Anteile nahmen genügend Raum ein um die wiederaufkeimende Dubstepkultur im Mainstream zu stärken, blieben zugleich zurückhaltend genug um die Radiohörer nicht vor den Kopf zu stossen. Katy B wurde dadurch zu einer Hoffnung im englischen Pop, mit dem nun vorliegenden zweiten Album muss diese Position gerechtfertigt werden.

Little Red besticht auf den ersten Blick vor allem durch die Masse. Die Deluxe Version bietet 17 Songs auf CD1, 5 mehr als die Standard-CD. Die zweite Silberscheibe bietet alle Songs nochmals, nun aber in einem kontinuierlichen Mix. Doch Masse alleine reicht nicht aus um zu überzeugen. Die Songs von Little Red sind allesamt zwischen drei und vier Minuten und bieten eingängige Melodien und einen hohen Produktionsstandard. Doch was auch nach wiederholtem hören auffällt: Praktisch alle Lieder sind sehr leicht zu verdauen und meist hat man die Melodien und Strukturen sofort erfasst, vergisst aber alles nach wenigen Minuten wieder. Dies ist sehr schade, bietet das Album somit zu wenig Neues oder spannendes um für eine längere Zeit im Kopf zu bleiben. Alles ist sehr glatt, poliert und glänzt in der Sonne. Es gibt keine Ecken oder Kanten, die Beats und Rhythmen sind bekannt. Gewisse Tracks können sich mit Hooklines profilieren, wie beispielsweise der Refrain von Aaliyah oder gewisse Textzeilen in Next Thing, I Like You oder Tumbling Down.

Dieses Manko wird erstaunlicherweise mit der Bonus-CD der Deluxe Edition vermindert. Der Continuous Mix bietet alle Lieder in neuer Reihenfolge und als durchgehenden Mix für den Club oder das Wohnzimmer. So werden die Songs ineinander gemischt und Beats weitergeführt. Das führt zu einem sehr angenehmen Hörerlebnis und macht Spass. Sicherlich wird das Album auch so nicht gehaltvoller, hat aber mehr Reiz und lässt sich gut auch im Hintergrund hören.

Das Team um Katy B hatte mit dem schwierigen zweiten Werk grosse Ziele, mit diesen 17 Songs konnte das nicht erreicht werden. Die Lieder klingen alle zu ähnlich, wirken untereinander austauschbar. Dies ist sehr schade, hatte ich mir nach dem Debüt doch mehr von ihr erhofft. Katys Stimme gefällt mir weiterhin, ebenso ihre Herangehensweise an die Popmusik. Interessant ist, dass sie in gewissen Liedern stimmlich extrem nahe an Rihanna liegt. Ob gewollt oder nicht, es fällt auf. Das Album ist ein nettes Popalbum, muss aber nicht gehört werden.

Anspieltipps:
I Like You, Crying For No Reason, Next Thing

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