Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra – Fuck Off, Get Free We Pour Light On Everything (2014)

Thee Silver Mt Zion

Thee Silver Mount Zion Memorial Orchestra – Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything
Label: Constellation, 2014
Format: Vinyl mit Downloadcode, Poster, Inlay
Links: Discogs, Band
Gerne: Post-Rock, Noise

„We life on an island called Montreal and we make a lot of noise because we love each other.“ Und was für Klänge das Kollektiv aus Kanada ein weiteres Mal fabriziert hat. Entstanden aus dem Schmelztiegel um GY!BE musizieren die Leute rund um Efrim Menuck seit Jahren im Bereich des fordernden Post-Rock. Ihre Musik war schon immer aneckender und dreckiger als verwandte Bands. Das hat sich auch mit „Fuck Off, Get Free…“ nicht geändert – Melodien und Instrumente klingen weiterhin wie im Tagebau nach einer harten Zusatzschicht aufgenommen. Gitarrensaiten kratzen auf der Haut, Streicher spielen disharmonisch, das Schlagzeug sorgt für ein dumpfes Grollen im Hintergrund. Der Gesang macht es dem Hörer auch nicht einfach, so kann man sich über die stimmliche Leistung gewisser Bandmitglieder streiten. Aber die Band will nicht gefallen, sie will dich durchrütteln. Dazu passt auch, dass Menuck seine Musik eher im Fahrwasser des Punks betrachtet als beim Post, besonders von der Ästhetik her.

Erstaunlicherweise braucht es dazu keine gewaltigen Wände und harte Passagen. Die Musik ist eine wabernde Masse, Songs und Passagen werden vielfach wiederholt und mäandern in die Gehörgänge. Textzeilen werden dazu Mantra artig repetiert und gestalten so im Verbund mit der Musik eine Sogwirkung, fast hypnotisch. Dies kommt besonders zur Geltung wenn das Album mit guten Kopfhörern genossen wird. „Little Ones Run“ bietet dann einen ersten kurzen Moment zum atmen, sanfter Gesang und kurz angeschlagene Klaviertasten. Gerne experimentiert das Kollektiv mit Samples und Spracheinspielungen, ein Element welches im Post-Rock oft Verwendung findet. Damit erhalten die Stücke schon eine gewisse Stimmung bevor die Musik überhaupt beginnt und das Album besitzt mehr Tiefe.

Die Platte ist allen Freuden des eher schmutzigen und avantgardistischen Post-Rock wärmstens zum empfehlen. Leute die mit dem Genre bis jetzt nichts anfangen konnten wird auch dieses Album nur schwierig überzeugen. Interessant: Noch dieses Frühjahr veröffentlichen Thee Silver Mount Zion Memorial Orchestra eine Disco EP mit zwei tanzbaren Songs. Klingt mehr als vielversprechend.

Anspieltipps:
Fuck Off Get Free, Austerity Blues, What We Loved Was Not Enough

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