SAND – Sand (2013)

SAND

SAND – Sand
Label: KScope, 2013
Format: CD
Links: Band (mit Album Teaser)
Genre: Art-Rock, Electronica, Avantgarde

Du nimmst deine Kopfhörer hervor und legst sie an, drehst die Lautstärke auf und drückst auf Play. Augen geschlossen empfangen dich sanfte Klänge aus dem Synthesizer, „There’s Enough Weather For Us All“. Wie Insektenschwärme umkreisen dich die Töne und erheben dich sanft vom Sofa. Der Klangteppich breitet sich aus, die Stimme umgarnt dich. Deine Wohnung bleibt zurück, die Stadt wird mit ihren Lichter und Gebäuden kleiner. Mit klaren Gedanken beobachtest du die Welt und steigst weiter Richtung Sterne. Plötzlich wird es lauter, Gitarren und Schlagzeug verjagend die Insekten und drücken die Luft um dich zusammen, nur um gleich wieder von der Gravitation weggezogen zu werden. „Life’s too easy.“

Immer wenn du denkst, jetzt falle ich zurück auf den harten Boden, fangen dich Wände aus wuchtigen Melodien auf und schieben dich im Zick-Zack weiter. Die Sterne sind grösser, der Grund ist weit unter dir. Du lässt die Atmosphäre hinter dir und starrst auf das Meer der Lichter untermalt von einem King Crimson ähnlichen Mellotronspiel. Schwerelos begleitet dich der Gesang auf deinem Rundgang um die Erde. Frieden füllt dein Herz. „How Long, How Long Till You Throw Me On The Floor.“

Doch dann streift dich ein Satellit. „You Broke The Locks Off The Cages To Let The Trapped Animals Out.“ Die Anziehungskraft umschlingt dich und wild drehend stürzt du Richtung Meer. Luft füllt deine Lungen und es wird still, Wolken rundum, plötzlich Gewitter. Obwohl du dich fürchten solltest betrachtest du die Spiegelungen in den Regentropfen und vergisst die immer näher kommende Oberfläche. „We’re Allowed To Go Astray.“ Ein Muster formt sich in der Luft, du erkennst dein Leben und deine Liebsten. Trost und Glück breiten sich im Körper aus und du schliesst deine müden Augen. Ist all dies nur ein Traum? Oder ist es das Leben nach dem Tod? „His Requiem Sing We With Shout And Din.“

Nein, das kann nicht das Ende sein. „Hold The Door.“ Zu viele Fragen durchfluten dein Gehirn, habe ich..? Bin ich..? Soll ich..? Doch dann wie durch ein Wunder, sanft tragen dich die Insekten wieder zurück auf dein Sofa. Du hast den Raum nie verlassen. „Years Like Scales Falling Away But Always Just Too Late.“

Sam Healy, Frontmann der North Atlantic Oscillation hat mit dem Soloalbum SAND ein Meilenstein des New Art-Rock geschaffen. Unglaubliche Klangwelten, perfekte Produktion, interessante und poetische Texte. Das Album braucht eine grosse Anlaufzeit, offenbart allen mit genügend Ausdauer aber eine Tiefe die man in der heutigen Musik selten findet. Ein Meisterwerk!

Anspieltipps:
Life Is Too Easy, Meanwhile, A Pile To Keep The Plane From Crashing

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s