The Grand Budapest Hotel – Kritik

The Grand Budapest Hotel

The Grand Budapest Hotel

The Grand Budapest Hotel
UK / Deutschland 2014
Regie: Wes Anderson
Darsteller: Ralph Fiennes, Tony Revolori, F. Murray Abraham, Adrien Brody, Jude Law, Edward Norton, Bill Murray, Saoirse Ronan, Léa Seydoux, Willem Dafoe etc.
Link: Website

Stellen wir uns vor, wir leben in einem Paralleluniversum. Die Welt besteht aus Gebäuden und Szenerien die an eine Mischung aus Puppenstuben, Lebkuchenhäuser und Dioramen erinnert. Alle Kleider, alle Gegenstände sind in Pastellfarben und einem märchenhaften Design gehalten. Die Menschen sind exzentrische Figuren, tragen Kleider aus Bilderbüchern und verhalten sich wie in einem Theater. Wenn nun der zweite Weltkrieg über das Land Zubrowka einbricht, geschieht dies indirekt und mit Patronen aus Wachs. Klingt alles angenehm und wünschenswert? Willkommen in der Welt von Wes Anderson.
Der amerikanische Regisseur hat auch in seinem achten Spielfilm geschafft ein erwachsenes Märchen auf Film zu bannen. Das Europa in der die Geschichte um das titelgebende Hotel spielt ist eine Fantasiewelt mit viel Herz. Wie immer wird der Film von einer vorzüglichen Darstellerriege getragen. Nebst alten Anderson-Bekannten wie Jason Schwarzmann oder Bill Murray geben sich hier auch Grössen wie Ralph Fiennes, Jude Law und Tilda Swinton die Klinge in die Hand. Es überrascht, dass viele Schauspieler gegen ihre typische Rollenwahl besetzt werden und meist nur kleine Rollen erhalten. Schon alleine deswegen lohnt sich der Kinobesuch, erkennt ihr auch alle?

Die Geschichte um den Lobby Boy Zéro und sein Mentor M. Gustave H. wird in drei Zeitebenen und fünf Kapitel erzählt und ist eigentlich ein Buch. Diese spielerische Erzählart gestaltet sich als verwirrenden Einstieg, macht allerdings auch Spass. So werden die Erzählstränge in verschiedenen Bildformaten und farblichen Schemen unterschieden. Zum Inhalt selber möchte ich nicht zu viel verraten, nimmt es doch einen zu grossen Reiz sich von all den Wendungen und urkomischen Einfällen überraschen zu lassen. Euch werden im Verlauf der 100 Minuten unter anderem eine Liebesgeschichte mit Hochzeit, eine intrigante Familie mit Raffgier, einen kaltblütigen Privatdetektiv, der Ausbruch des Weltkriegs und eine Ski-Verfolgungsjagd im Slapstick-Stil serviert.
Negativ anzumerken ist leider, dass sich die Geschichte teilweise zu stark in mehrere Richtungen ausbreitet. Obwohl ich mich hier als Wes Anderson Neuling outen muss, so kenne ich nebst dem Budapest Hotel nur Moonrise Kingdom, habe ich das Gefühl, dass hier zu viel reingepackt wurde. Sicherlich lebt der Film vor allem aus seinen Bildern und komischen Einfällen, auch die unkonventionelle Erzählweise lässt ihn strahlen. Trotzdem hätte auch eine Zeitebene weggelassen werden können. Allerdings ist das Kritik auf sehr hohem Niveau.

Falls ihr also wieder mal einen etwas anderen Film mit hohem Unterhaltungswert sucht, seid ihr bei The Grand Budapest Hotel am richtigen Ort. Aber Achtung: Obwohl viel gelacht werden kann ist die Geschichte eher tragisch.

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